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Gott und die Details
Seine Maxime ist so einfach wie unmissverständlich: Sie lautet Perfektion. Der Qualitätsfanatiker Wolfgang Beinert wünscht sich Kunden, die ebenfalls das »Ghetto der Mittelmäßigkeit« verlassen wollen.
Von Peter Jaitner, novum
In der Tat lässt seine Arbeitsphilosophie weder Kompromisse noch eine Unterordnung oder Gleichstellung der visuellen Gestaltung mit anderen Faktoren lediglich »am Rande von Marketingkonzepten« zu. Kann er aber einen Auftraggeber für seine speziellen Anliegen sensibilisieren - die da sind: »anspruchsvolles Design, gute Typographie, tolle Fotos und klare Texte« - entstehen daraus Musterbeispiele für das Streben Beinerts nach der Perfektion des Gestalterischen. Denn, so zitiert er Mies van der Rohe, »Gott steckt in den Details«.
Wenn man über Beinerts Schaffen spricht beziehungsweise dies gemeinsamt mit ihm tut, kommt man am bestimmenden Thema Typografie nicht vorbei. Wolfgang Beinert - ein typischer Grafikdesign-Quereinsteiger - hat seine Passion für Schriften und Typen, dick geprägte Papiere und hauchdünne Vorlegeseiten sowie all die anderen schönen Dinge der klassischen Druckkunst entdeckt. Sie sind der eigentliche »Stempel« von Beinerts Werken.
Sie zeigen, wie ernst es ihm um die besagten göttlichen Details ist. Typografie ist für ihn »einer der wichtigsten Gestaltungsparameter«. Die Anwend- und Lesbarkeit einer Schrifttype wird dabei immer persönlich »getestet«. Beinert: »Jeder Buchstabe, jeder Abstand und jeder Leerraum wird von mir bewusst realisiert.« Weil er dabei eine gewisse Vorliebe für angelsächsische Schriften kultiviert, überwiegend Antiquaschriften, die mit Grotesk- oder Schmuckschriften gemischt werden. Variabel und abhängig von der Auszeichnungshierarchie behandelt er Formen und Proportionen.
Hochwertige Naturpapiere sowie die buchbinderische Verarbeitung liefern am Ende die gewünscht Haptik des Gesamtwerks. Bloße Kunst um ihrer selbst willen ist das in Beinerts Verständnis allerdings keineswegs: Auch die Kommunikationsleistung eines solchermaßen verfertigten Geschäftsberichts oder einer PR-Broschüre wird dadurch »fühlbar« gesteigert. Mittelfristig denkt er schon über den Sprung nach Berlin oder New York City nach, wo er sich dann seinem zweitgrößten Anliegen - der Fotografie - intensiver widmen möchte.
2010@beinert.net |
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